Die Montage einer Solaranlage ist ein komplexer Prozess, der Fachwissen, Erfahrung und sorgfältige Planung erfordert. Viele Hausbesitzer in der Schweiz entscheiden sich für Solarenergie, haben aber nur eine vage Vorstellung davon, was bei der eigentlichen Installation auf sie zukommt. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie durch jeden Schritt des Montageprozesses und zeigt Ihnen, was Sie als Auftraggeber erwarten können.
Eine professionelle Solarpanel-Montage besteht aus mehreren klar definierten Phasen, die aufeinander aufbauen. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Einspeisung des ersten Solarstroms ins Netz vergehen in der Regel vier bis acht Wochen – die reine Montagearbeit auf dem Dach nimmt dabei meist nur zwei bis drei Tage in Anspruch. Das mag kurz klingen, doch hinter diesen Tagen steckt eine ausgeklügelte Vorbereitung, die den reibungslosen Ablauf erst ermöglicht.
Phase 1: Erstberatung und Dachanalyse
Jede Solarmontage beginnt mit einer gründlichen Erstberatung. Ein erfahrener Solarberater besucht Sie vor Ort und nimmt Ihr Dach genau unter die Lupe. Dabei werden zahlreiche Faktoren geprüft, die für die spätere Montage entscheidend sind.
Die Dachanalyse umfasst zunächst die Bestimmung der Dachausrichtung und Neigung. Idealerweise zeigt die Hauptdachfläche nach Süden, doch auch Ost-West-Ausrichtungen liefern heute mit modernen Modulen hervorragende Erträge. Die Neigung sollte zwischen 20 und 45 Grad liegen, wobei Flachdächer durch Aufständerung ebenfalls optimal genutzt werden können.
Ein besonders wichtiger Punkt ist die Statik. Der Berater prüft die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion. Eine typische Solaranlage bringt ein Zusatzgewicht von 12 bis 20 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Dachfläche. Bei älteren Gebäuden oder bei Unsicherheiten wird ein statisches Gutachten empfohlen. Die Kosten dafür liegen in der Schweiz bei rund CHF 800 bis CHF 1'500.
Auch der Zustand der Dacheindeckung wird bewertet. Ziegel, die in wenigen Jahren ersetzt werden müssen, sollten vor der Solarmontage erneuert werden. Schliesslich soll die Anlage 25 bis 30 Jahre lang zuverlässig Strom produzieren. Eine Dachsanierung im Nachhinein, wenn die Panels bereits montiert sind, wäre deutlich aufwändiger und teurer.
Weitere Punkte der Erstberatung umfassen die Verschattungsanalyse, die Prüfung von Dachaufbauten wie Kaminen, Dachfenstern und Lüftungsrohren sowie die Zugänglichkeit für die Monteure. Auch der Standort des Wechselrichters und des Zählerschranks wird bereits in dieser Phase besprochen.
Phase 2: Detailplanung und Offerte
Auf Basis der Vor-Ort-Analyse erstellt das Planungsteam eine detaillierte technische Planung. Diese umfasst die exakte Belegung der Dachfläche mit Solarmodulen, die Auswahl des passenden Montagesystems, die Stringplanung für den Wechselrichter und die Kabelwege.
Moderne Planungssoftware ermöglicht eine 3D-Visualisierung der geplanten Anlage. So können Sie bereits vor der Montage sehen, wie Ihre Solaranlage aussehen wird. Auch die Ertragsberechnung erfolgt softwaregestützt unter Berücksichtigung lokaler Wetterdaten, Verschattung und Modulausrichtung.
Die daraus resultierende Offerte ist transparent und verbindlich. Sie enthält alle Kostenpositionen: Module, Wechselrichter, Montagesystem, Kabel, Elektroanschluss, Gerüst, Montagearbeiten und die Inbetriebnahme. Bei SM Tech arbeiten wir mit Festpreisen – Überraschungen gibt es nicht.
In der Planungsphase werden auch die notwendigen Bewilligungen geklärt. In vielen Schweizer Kantonen sind Solaranlagen auf Dächern bewilligungsfrei, sofern sie gewisse Bedingungen erfüllen. In Schutzzonen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden kann eine Baubewilligung erforderlich sein. Ihr Solarberater kennt die lokalen Vorschriften und kümmert sich um die notwendigen Formalitäten.
Phase 3: Materialbestellung und Vorbereitung
Nach der Auftragserteilung werden alle Materialien bestellt. Die Lieferzeiten für Solarmodule und Wechselrichter betragen je nach Hersteller und Verfügbarkeit zwei bis vier Wochen. In dieser Zeit wird auch das Gerüst bestellt und der Montagetermin mit dem Kunden abgestimmt.
Vor dem eigentlichen Montagetag findet eine letzte Koordination statt. Der Montageleiter kontaktiert Sie, um die Details zu besprechen: Zufahrtsmöglichkeiten für den Materialanlieferung, Parkplatz für das Montagefahrzeug, Stromanschluss für die Werkzeuge und den Zugang zum Dach und zum Zählerschrank.
Falls ein Gerüst notwendig ist, wird dieses in der Regel einen Tag vor Montagebeginn aufgebaut. Bei einfachen Dachverhältnissen und geringer Dachhöhe kann auch mit einer Absturzsicherung mittels Auffanggurten und Sicherungsseilen gearbeitet werden.
Phase 4: Die eigentliche Montage – Tag 1
Am ersten Montagetag trifft das Montageteam – in der Regel zwei bis vier Fachkräfte – frühmorgens ein. Die erste Massnahme ist immer die Einrichtung der Sicherheitsausrüstung. Auffanggurte, Sicherungsseile, Dachleiter und alle notwendigen Werkzeuge werden vorbereitet.
Der erste grosse Arbeitsschritt ist die Montage der Unterkonstruktion. Bei Schrägdächern werden zunächst die Dachhaken unter den Dachziegeln befestigt. Dafür müssen einzelne Ziegel angehoben oder herausgenommen werden. Die Dachhaken werden mit Edelstahlschrauben direkt in die Sparren geschraubt – das ist die tragende Verbindung zwischen Dach und Solaranlage.
Auf den Dachhaken werden die Montageschienen befestigt. Diese Aluminiumprofile bilden das Trägersystem für die Solarmodule. Die exakte Ausrichtung der Schienen ist entscheidend für eine saubere Optik und die korrekte Funktion der Anlage. Mit Wasserwaage und Richtschnur wird millimetergenau gearbeitet.
Bei Flachdächern verläuft die Montage anders. Hier werden aufgeständerte Systeme eingesetzt, die entweder mit Ballast beschwert oder in die Dachhaut geschraubt werden. Die optimale Neigung von 10 bis 15 Grad wird durch die Aufständerung erreicht. Zwischen den Modulreihen muss ein ausreichender Abstand eingehalten werden, damit keine Verschattung entsteht.
Phase 5: Modulmontage – Tag 2
Am zweiten Tag werden die Solarmodule auf der vorbereiteten Unterkonstruktion befestigt. Jedes Modul wird mit speziellen Klemmen auf den Schienen fixiert. Man unterscheidet zwischen Mittelklemmen – die zwei benachbarte Module gleichzeitig fixieren – und Endklemmen am Rand der Modulreihe.
Gleichzeitig mit der Modulmontage erfolgt die DC-Verkabelung. Die Modulkabel werden sauber unter den Modulen geführt und mit Kabelbindern an den Schienen befestigt. Die einzelnen Module werden gemäss der Stringplanung in Reihe geschaltet. Die Steckverbindungen (MC4-Stecker) werden dabei sorgfältig zusammengefügt und auf festen Sitz geprüft.
Die DC-Leitungen werden vom Dach zum Wechselrichter-Standort geführt. Dabei werden wetterfeste Kabelkanäle oder Schutzrohre verwendet. Die Kabelführung erfolgt möglichst kurz und direkt, um Leitungsverluste zu minimieren. An der Gebäudeeinführung wird besonders auf die Abdichtung geachtet.
Ein erfahrenes Montageteam schafft die Montage von 20 bis 30 Modulen pro Tag – das entspricht einer typischen Einfamilienhaus-Anlage. Bei grösseren Anlagen oder schwierigen Dachverhältnissen kann die Modulmontage auch zwei Tage beanspruchen.
Phase 6: Elektroinstallation
Die Elektroinstallation wird von einem konzessionierten Elektroinstallateur durchgeführt. Dieser Schritt ist in der Schweiz streng reglementiert und darf nur von zugelassenen Fachpersonen ausgeführt werden.
Der Wechselrichter wird an seinem vorgesehenen Standort montiert – idealerweise in einem kühlen, gut belüfteten Raum wie dem Keller oder der Garage. Die DC-Leitungen vom Dach werden am Wechselrichter angeschlossen. Zwischen den DC-Leitungen und dem Wechselrichter wird ein DC-Trennschalter installiert, der im Notfall oder für Wartungsarbeiten die Gleichspannung vom Dach trennen kann.
Auf der AC-Seite wird der Wechselrichter über einen eigenen Leitungsschutzschalter und einen FI-Schutzschalter an den Zählerschrank angeschlossen. Falls der bestehende Zählerschrank nicht genügend Platz bietet oder veraltet ist, muss er erweitert oder ersetzt werden. Der bidirektionale Zähler, der sowohl den Strombezug als auch die Einspeisung misst, wird in der Regel vom lokalen Energieversorger installiert.
Die Erdung der Solaranlage ist ein sicherheitskritischer Punkt. Alle metallischen Teile der Unterkonstruktion und die Modulrahmen werden über den Potentialausgleich mit der Gebäudeerdung verbunden. Falls ein Blitzschutz vorhanden ist, muss die Solaranlage in das bestehende Blitzschutzkonzept integriert werden.
Phase 7: Inbetriebnahme und Abnahme
Vor der Inbetriebnahme werden umfangreiche Messungen und Prüfungen durchgeführt. Dazu gehören die Messung des Isolationswiderstands der DC-Leitungen, die Überprüfung der Leerlaufspannung und des Kurzschlussstroms jedes Strings sowie die Prüfung des Schutzleiters und des Potentialausgleichs.
Nach erfolgreicher Prüfung wird die Anlage erstmals eingeschaltet. Der Wechselrichter synchronisiert sich mit dem Stromnetz und beginnt, Solarstrom zu produzieren. Dieser Moment ist für viele Hauseigentümer ein besonderes Erlebnis – der erste selbst produzierte Solarstrom fliesst.
Das Abnahmeprotokoll dokumentiert die gesamte Installation. Es enthält die technischen Daten der Anlage, alle Messwerte, Fotos der Installation und die Bestätigung der fachgerechten Ausführung. Dieses Protokoll ist wichtig für die Fördergesuch-Einreichung bei Pronovo (Einmalvergütung) und als Nachweis gegenüber der Versicherung.
Der Auftraggeber erhält eine Einweisung in die Bedienung der Anlage. Dazu gehört die Erklärung des Monitoring-Systems, das die Erträge der Anlage in Echtzeit anzeigt, die Bedienung des Wechselrichters und das Verhalten bei Störungen oder Notfällen.
Typische Dauer der einzelnen Phasen
Der gesamte Prozess von der Erstberatung bis zur Inbetriebnahme dauert in der Regel vier bis acht Wochen. Die einzelnen Phasen verteilen sich wie folgt:
- Erstberatung und Dachanalyse: 1-2 Stunden vor Ort
- Detailplanung und Offerte: 3-5 Arbeitstage
- Bewilligungsverfahren (falls nötig): 2-6 Wochen
- Materialbestellung und Lieferung: 2-4 Wochen
- Gerüstaufbau: 0.5-1 Tag
- Montage Unterkonstruktion: 1 Tag
- Modulmontage und DC-Verkabelung: 1-2 Tage
- Elektroinstallation: 0.5-1 Tag
- Inbetriebnahme und Abnahme: 0.5 Tag
- Gerüstabbau: 0.5 Tag
Für eine typische Einfamilienhaus-Anlage mit 10 kWp (ca. 25 Module) beträgt die reine Montagezeit auf dem Dach also zwei bis drei Arbeitstage. Grössere Anlagen auf Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebauten können eine Woche oder länger dauern.
Was Sie als Hauseigentümer beachten sollten
Als Auftraggeber können Sie einiges tun, damit die Montage reibungslos verläuft. Stellen Sie sicher, dass die Zufahrt für das Montagefahrzeug frei ist und ein Parkplatz in der Nähe des Gebäudes verfügbar ist. Ein Stromanschluss für die Werkzeuge der Monteure sollte zugänglich sein.
Informieren Sie Ihre Nachbarn über die bevorstehenden Arbeiten, insbesondere wenn ein Gerüst aufgebaut wird, das möglicherweise in den Nachbarbereich ragt. Bei Reihenhäusern oder Doppelhaushälften ist die Koordination mit den Nachbarn besonders wichtig.
Räumen Sie den Bereich um das Haus frei, damit das Montagematerial sicher gelagert werden kann. Empfindliche Pflanzen in unmittelbarer Nähe des Gebäudes sollten geschützt werden. Auch der Zugang zum Dach – sei es über eine Dachleiter, eine Dachluke oder das Gerüst – muss frei zugänglich sein.
Klären Sie mit Ihrer Gebäudeversicherung, ob Ihre Solaranlage automatisch in der Gebäudeversicherung mitversichert ist. In den meisten Schweizer Kantonen ist dies der Fall, da Solaranlagen als fester Bestandteil des Gebäudes gelten. Eine schriftliche Bestätigung der Versicherung ist dennoch empfehlenswert.
Häufige Fragen zum Montageablauf
Viele Hauseigentümer fragen sich, ob sie während der Montage zu Hause sein müssen. Grundsätzlich ist Ihre Anwesenheit am ersten Montagetag für die Begrüssung und letzte Absprachen hilfreich. Während der eigentlichen Montagearbeit müssen Sie nicht anwesend sein. Zur Abnahme und Einweisung sollten Sie dann wieder vor Ort sein.
Eine weitere häufige Frage betrifft den Lärm. Die Montagearbeiten verursachen einen gewissen Lärmpegel durch Bohrmaschinen und Akkuschrauber. Dieser ist jedoch mit normalen Renovierungsarbeiten vergleichbar und beschränkt sich auf die regulären Arbeitszeiten.
Muss das Dach vor der Montage komplett abgedeckt werden? Nein, bei der Aufdach-Montage werden nur einzelne Ziegel angehoben, um die Dachhaken zu setzen. Die Dacheindeckung bleibt weitgehend intakt. Nur bei der Indach-Montage, bei der die Module die Ziegel ersetzen, wird ein Teil der Dachfläche abgedeckt – dies geschieht aber abschnittsweise, sodass das Dach nie grossflächig offen liegt.
Die professionelle Solarpanel-Montage ist ein eingespielter Prozess, der bei einem erfahrenen Fachbetrieb wie SM Tech nach einem bewährten Schema abläuft. Mit der richtigen Planung und Vorbereitung verläuft die Installation effizient und ohne Überraschungen – damit Sie schon bald Ihren eigenen Solarstrom produzieren können.